Stottern als Redestörung

Der Begriff der Redestörung ist im deutschen Sprachraum ein Sammelbegriff und umfaßt die uneinheitlichen Störungsbilder Stottern, Poltern, Sprechangst (Logohobie) und Mutismus.

Stottern

...ist gekennzeichnet durch häufige Wiederholung oder Dehnung von Lauten, Silben oder Wörtern, oder durch häufiges Zögern und Innehalten, das den rhythmischen Sprechfluß unterbricht.
Es treten meist begleitende Bewegungen des Gesichts und anderer Körperteile auf.
Diese Störungen sind jedoch nur als Stottern zu klassifizieren, wenn ihre Ausprägung die Sprechflüssigkeit deutlich beeinträchtigt. Geringfügige Dysrhythmien - in einer Durchgangsphase in der frühen Kindheit oder als geringfügiges, aber fortdauerndes Sprechmerkmal im späten Kindesalter bzw. im Erwachsenenalter - werden nicht eindeutig als Stottern klassifziert.

Poltern

...ist gekennzeichnet durch eine hohe Sprechgeschwindigkeit mit falscher Sprechflüssigkeit, die zu einer beeinträchtigten Sprechverständlichkeit führt. Es treten keine Wiederholungen oder Verzögerungen auf.
Das Sprechen ist unregelmäßig und unrhythmisch, mit schnellen, ruckartigen Anläufen, die gewöhnlich zu einem fehlerhaften Satzmuster führen.

Sprechangst

...ist eine schwere psychische Hemmung vor dem Sprechen mit einem eigenständigen Erscheinungsbild. Sie kann jedoch auch als Komponente bei verschiedenen Sprach- und Stimmstörungen, inbesondere bei Stottern und Mutismus enthalten sein.

Mutismus

wird bei Kindern als eine deutliche, emotional bedingte Selektivität des Sprechens charakterisiert. In einigen Situationen zeigt das Kind dabei eine altersgemäße Sprachkompetenz, in anderen definierten Situationen jedoch nicht.
Fast immer ist der Mutismus mit deutlichen Persönlichkeitsbesonderheiten, wie Sozialangst, Rückzug, Empfindsamkeit oder Widerstand, verbunden. Typischerweise spricht das Kind zu Hause oder mit engen Freunden, ist jedoch in der Schule oder bei Fremden mutistisch. (Es treten auch andere Muster auf!) Die Diagnose eines selektiven Mutismus kann nur unter der Voraussetzung gestellt werden, daß die Sprache für eine effektive Kommunikation ausreicht und es in Abhängigkeit vom sozialen Kontext einen deutlichen Unterschied im Sprachgebrauch gibt.

Andere sozial emotionale Störungen sind bei der großen Mehrheit der Betroffenen ebenfalls vorhanden, gehören jedoch nicht zu den für die Diagnose notwendigen Merkmalen.