Faktoren, die gemessen werden können

Es existieren einige Faktoren, die gemessen werden können:
Frequenz der unflüssigen Anteile: Als Maßstab kann der unflüssige Anteil von 100 Wörtern genommen werden. Der "normale" Stotternde hat einen Anteil von etwa zehn Prozent, "normal sprechende Menschen" besitzen einen Anteil von etwa zwei Prozent unflüssiger Wörter.Dauer der unflüssigen Anteile: Eine Unflüssigkeit beträgt im Duchschnitt etwa eine Sekunde.Sprechrate: Ein durchschnittlicher Sprecher benutzt zwischen 129 und 222 (167 im Durchschnitt) Wörtern Wörter pro Minute. Stotternde kommen auf etwa 42 bis 191 (123 im Schnitt) Wörter im gleichen Zeitraum. Es kann also festgestellt werden, daß Stotternde im Schnitt etwa 25% langsamer als Nicht-Stotternde sprechen.

Fünf Probleme



Fünf Probleme, die bei der Messung von Stottern auftreten:

- Unterschiedliche Zuhörer werden immer eine unterschiedliche Anzahl von Symptomen wahrnehmen.

- Es werden "normale" Unflüssigkeiten als Stottern gewertet.

- Kinder und Erwachsene stottern unterschiedlich: Einige Unflüssigkeiten können bei Kindern normale Kennzeichen der kindlichen Sprachentwicklung sein.

- Durch die Substitution von Wörtern können Symptome umgangen werden und sind somit meist nicht zu als Stottern zu erkennen.

- Stottern ist ein inhomogenes Erscheinungsbild: Einige Stotternde haben z.B. vermehrte Probleme bei der Spontansprache, andere vermehrt beim lauten Lesen.


Es sollte daher versucht werden, Stotternde immer in unterschiedlichen Situationen zu verschiedenen Zeiten zu untersuchen. Nur so kann ein möglichst vollständiges Bild der Symptomatik gewonnen werden.